Den Gedanken freien Lauf lassen …

Nun sind wir schon in Woche 6 der Kontaktsperre und Corona-Ausnahmesituation. Das Wichtigste ist natürlich, dass man gesund ist.

Nun sind wir schon in Woche 6 der Kontaktsperre und Corona-Ausnahmesituation. Das Wichtigste ist natürlich, dass man gesund ist.

Auch wer nicht krank ist, findet diese Zeit nicht unbedingt schön, aber auch nicht generell schlecht, meistens wahrscheinlich ok. So wie das Leben eben; es gibt Höhen und Tiefen und meist läuft es ganz normal.

Doch es gibt jetzt einen Unterschied, wie ich finde. Jeder Mensch hat so seine Tricks während eines Tiefs, um wieder hochzukommen. Diese Tricks greifen nun vielleicht nicht, da viele Dinge nicht möglich sind, die sonst diese Trickkiste füllten.

Daher möchte ich Euch heute eine Tätigkeit ans Herz legen, die mir immer schon geholfen hat.

 “So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung…” (F. Nietzsche)

Das Laufen hat dem Menschen schon immer geholfen, einen klaren Kopf zu bekommen und das ist in diesen Tagen besonders wichtig.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • die frische Luft
  • die Bewegung
  • das Alleinsein, wenn die Familie 24/7 vielleicht doch ein wenig viel ist
  • das Sehen von anderen Menschen oder einer anderen Umgebung

Während der Bewegung lösen sich nicht nur muskuläre Verspannungen, sondern auch die Knoten im Kopf, das Gedankenkarussell kann mal anhalten und die frische Luft klärt die Gedanken.
Während der Bewegung lösen sich nicht nur muskuläre Verspannungen, sondern auch die Knoten im Kopf, das Gedankenkarussell kann mal anhalten und die frische Luft klärt die Gedanken.

Schon die Philosophen der Antike sind viel mit ihren Schülern gelaufen, um die Gedanken zu sortieren, zu diskutieren und Struktur zu schaffen.  Aber auch die Dichter und Denker späterer Zeiten liefen und laufen, um dem Geist genug Freiraum zu geben. Dabei scheint es nicht entscheidend, ob es immer neue Wege sind, ob es die Stadt oder das Land ist, es geht allein um die Bewegung. So spazierte Walter Benjamin am liebsten durch Großstädte, Nietzsche lieber in den Bergen.

Auch das Pilgern, das einem Gott näher bringen, das Gespräch mit Gott fördern soll, hat eine lange Tradition, die in den letzten Jahrzehnten wieder sehr populär geworden ist. Dabei tritt nicht jeder Pilger heute seine Reise an, um Gott zu finden – viele wollen sich finden. 

Das “Sich-Finden” ist am Ende nichts anderes als seine Gedanken zu sortieren und mit einem klaren Kopf die Wanderung zu beenden.

Und das können wir alle in der momentanen Situation sicherlich gut gebrauchen.
Viel Spaß dabei!

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